Das hier sollte Humor sein, lustig ist es leider trotzdem nicht. Aber da bestimmte Personen mal wieder was „lustiges“ von mir wollten … tja, das kam dabei raus. Gebt mich bitte nicht auf!!!

Setting: Ein großes Bierzelt auf einer Wiese draußen vor Stuttgart. Vorne steht ein Redner der direkt aus der Harvard Business School kommen hätte können – die Haare totgegeelt, Anzug, Krawatte und ein herrlich frisch glänzendes jugendliches Gesicht, wahrscheinlich täglich mit Feuchtigkeitscreme behandelt. Das Publikum besteht aus Männern und Frauen Mitte bis Ende Vierzig, alle leicht gelangweilt mit Bier bzw. Aperol vor sich.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Festgemeinde, heute möchte ich, im Namen der SillySports AG, den neuen, hippen Trend unter Menschen zwischen 8 und 24 vorstellen. Ein großer Applaus bitte für den CEO von SillySports, Dr. rer. spo. Eugen Rösler-Richter zu Sattberg. *Verhaltener Apllaus im Publikum, die Stimme des Sprecher klingt ein wenig nach Schnappatmung aber wer sich mit All-Inclusive-Urlauben auskennt wird sofort wissen, dass dies die übliche Sprechweise für Animateure ist*

Was ist dieser neue, von uns eingeführte Trend den die Jugend so zu lieben scheint? Nun, ich meine natürlich „TweetSports“, die zeitgeistliche Verschmelzung der messerscharfen Kommunikation in Twitter mit dem schweißtreibenden Spektakel althergebrachter Sportarten. Wie letzte Umfragen klar zeigen nehmen Aktivitäten wie Jogging, Nordic-Walking, Schwimmen und viele andere mehr mit alarmierender Geschwindigkeit ab und es wird vermutet, dass Twitter einen großen Teil mit Schuld an dieser Entwicklung trägt. *Vielsagendes Nicken im Publikum obwohl wahrscheinlich keiner der Anwesenden je von Twitter gehört hat. Der peinliche Versuch der Wirtschaft sich an einen Trend ran zu hängen wie eine Zecke liegt wie die üblen Schwaden von Buttersäure, durch die Zecken ironischerweise angezogen werden, in der Luft*

Die jungen Menschen wollen ihre Zimmer einfach nicht mehr verlassen weil sie befürchten in Twitter wichtige Mentions, DMs oder Favs zu verpassen. Sport und Twitter sind bisher schwer zu vereinbaren gewesen und wir kennen ja die Jugend – Twitter gewinnt in diesem Konflikt sicher die Oberhand.

*Der Sprecher gewinnt im Publikum exponentiell an Achtung da er schon wieder Begriffe verwendet die der Generation die hauptsächlich anwesend ist überhaupt nichts sagen, außerdem ist man einhellig der Meinung, dass sich die Jugend zu wenig bewegt. Einer der eher wohlbeleibten Männer kommt schon beim Gedanken an die verweichlichte Jugend ins Schwitzen und öffnet den obersten Knopf der Hose um Platz für die nächste Currywurst zu machen*

Aber mal ehrlich, haben sie schon mal versucht beim Joggen auf dem Handy einen Tweet zu lesen oder gar zu verfassen?

*Gemurmel im Publikum, verunsicherte Blicke. Meint der da was sexuelles oder so? Der Sprecher hüstelt und tut so als hätte man ihm zugestimmt*

Eben, ganz ganz furchtbar. Was ist wenn gerade jetzt jemand etwas unglaublich, wahnsinnig Witziges sagt? Dann muss ich später meine ganze Timeline absuchen nur um das zu erfahren. TweetSports ist die Antwort, die Lösung, ja ich möchte fast sagen die ERlösung!

*An diesem Punkt könnte man eine Stecknadel auf den mit Stroh ausgelegten Bierzeltboden fallen hören*

Sie werden sich jetzt sicher fragen: Wie funktioniert TweetSports und lässt sich auch meine Sportart mit dem lockeren Vergnügen von Twitter kombinieren? Die Antwort lautet: Es funktioniert ganz einfach und ja, die meisten Sportarten lasse sich problemlos mit Twitter verschmelzen.

Die TOP 5 SweetSports oder Tworts:

5. Twußball: Für jedes Foul darf der betreffende Spieler kurz raus und darf genau einen Tweet versenden, allerdings hat er dafür nur 1 Minute Zeit, jeder Spieler muss sich also schon vor dem Foul, im Spiel, einen Tweet ausdenken. Eine Jury wertet die Tweets aller Spieler aus und entscheidet wer den besten Sweet produziert hat (die Jury besteht einheitlich aus ehemaligen Fußballprofis die für ihre Kopfballstärke bekannt waren, dementsprechend locker fällt auch die grammatikalische Bewertung der Tweets aus). Die Mannschaft mit dem besten Tweet erhält 5 Tore gutgeschrieben. Eine blutige Angelegenheit für Fans von Autounfällen und der Saw-Reihe im Kino

4. Twach: Schach für Fans von Twitter. Immer wenn eine Figur des Gegners geschlagen wird darf man einen Tweet senden, das gemeine dabei ist, dass man mit jeder Sekunde die man für den Zug braucht Zeichen im Tweet abgezogen bekommt. Am Ende wird die Anzahl der getweeteten Zeichen ausgezählt – wer am meisten hat, hat gewonnen, Inhalt der Tweets ist relativ egal!

3. Twimmen: Ein Schwimmbecken, jeweils eine Twitterkonsole an jedem Ende der Bahn. An jedem Ende kann nur immer ein Tweet gesendet werden, dann muss man zum entgegengesetzten Ende schwimmen um dort den nächsten zu senden und dann wieder zurück. Nur etwas für die Härtesten unter den Harten. Wer in 10 Minuten am meisten qualitativ hochwertige Tweets senden kann hat gewonnen. Die Jury besteht zu gleichen Teilen aus Linguisten und Friedhofsgärtnern (es könnte sein, dass umfangreiches Wissen über witzige Grabsprüche die Chancen zu gewinnen erhöhen kann).

2. Twoxen: Die brutalste aller Twortarten. Mit jedem Körpertreffer darf der Trainer des entsprechenden Boxers einen Tweet losschicken wobei die Tweets vorher in der Kabine aufgesetzt wurden. Verboten sind Zitate aller Art und Tweets mit sexuellem Inhalt. Geht einer der Boxer zu Boden dürfen so lange Tweets gesendet wenrden bis er ausgezählt wurde oder sich hochrappeln kann.

1. Freistil Twingen: Zwei Männer, ein Ring, ein Computer. Jeder hat seine Login Daten und muss den anderen davon abhalten Tweets zu versenden und zwar mit allen Mitteln. Wer es am Ende schafft einen Tweet abzusetzen hat gewonnen. Extrem brutal. Jean-Claude Van Damme würde alleine beim Gedanken daran weinen. Chuck Norris hat’s erfunden.

 

Falls ihr weitere Ideen für Twortarten habt – immer her damit – die SillySports AG ist auf euere Einfälle angeweisen – ehrlich jetzt, wir haben nämlich kein Geld für eine eigene Abteilung zur Ideengenerierung!

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